Joachim Kaisers Angriff gegen den Maestro

"....Ich muß fürchten, falls ich hier offen meine Eindrücke und Bedenken vortrage, nur Mißstimmung zu stiften, ohne doch eine zugleich allseits befriedigende und erreichbare Lösung zu wissen. Und was nützt es schon, wenn hier, noch so penibel, Stärken und Schwächen einer Musikinterpretation gegeneinander abgewogen werden, die ja nun wirklich nicht aus einer Laune heraus so ist, wie sie ist, sondern offenbar Produkt einer spezifischen Haltung. Andererseits dürfte sich an den Eigenarten und Eigenheiten eines 67jährigen, hochbewußten Künstlers schwerlich etwas ändern oder ändern lassen....." (Joachim Kaiser in der Süddeutschen Zeitung vom 20.06.1979)

Joachim Kaisers Absicht, mit diesem Artikel die Berufung Celibidaches zum Münchner Generalmusikdirektor und sein Wirken in München nachhaltig zu beeinträchtigen, ging nicht auf.

Celibidache reagierte zwar mit dem berühmt gewordenen Interview in der Abendzeitung, in dem er in pointierter Form die Kollegen des Musikbetriebs charakterisierte. Er erklärte, daß er vielleicht doch nicht in München bleiben wolle und reiste nach Paris ab. Im Oktober 1979 kehrte Celibidache nach München zurück und überzeugte mit einer fesselnden Aufführung von Bruckners 8. Sinfonie in der Lukaskirche München.

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