Celibidache probt erstmals mit den Münchner Philharmonikern

Konzertmeister Fritz Sonnleitener über die Probenarbeit:
"Viel kann ich nicht sagen, denn wir haben erst drei Sätze aus Bartoks "Konzert für Orchester" durchgespielt.Für uns ist das eine große Umstellung, eine völlig andere Arbeitsweise. Es wird sehr viel erklärt, wobei sich Celibidache als glänzender Formulierer erweist und ebenso fließend deutsch spricht, wie er sich mit den amerikanischen Kollegen englisch und mit den Franzosen französisch unterhält. Was er uns sagt, wirkt sehr durchdacht. Man gewinnt den Eindruck,daß er die Arbeit ganz genau auf die zugestandenen zehn Doppelproben zu verteilen versteht."

Orchestervorstand Jürgen Borchers:
"Celibidache führt uns zu einer so außergewöhnlichen Durchsichtigkeit des Klanges, daß wir selbst bei einer dickeren Instrumentation Stimmen hören, die sonst keinem auffallen. Eigentlich ist es ein kammermusikalisches Spiel, und wir lernen das Miteinander- und Aufeinander-Hören."

Unstimmigkeiten mit der Posaunengruppe:
Um 10.00 Uhr begannen die Proben für Strauss' "Tod und Verklärung". Um 11.30 Uhr war auf den Pulten noch die Seite 1 aufgeschlagen. Die Probenatmosphäre war hervorragend, bis es zu Unstimmigkeiten mit der Posaunengruppe kam und Celibidache die Probe frühzeitig abbrach. Aufregung im Orchester, Beschwichtigungsversuche der Direktion, waren die Begleitmusik dieser ersten Begegnung Celibidaches mit den Münchner Philharmonikern. Doch in den neun vierstündigen Probensitzungen vollbrachte er ein wahres Wunder: Die Münchner Philharmoniker spielten in Hochform, vergleichbar den besten Orchestern der Welt!

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