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CD und Konzertbesprechung

CD EMI

Tschaikowsky:Romeo und Julia   (Aufgenommen Januar 1992)
Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung (Aufgenommen September 1993)
Bonus CD: Celibidache im Gespräch mit Günther Specovius über das Erlebnis von Klang und Tempo, seine Beziehungen zum Zen-Buddhismus, die Arbeit mit den Münchner Philharmonikern. Bestell-Nr. : 5 56516 2

Pressestimmen zu den Konzertaufführungen:
"Romeo und Julia" hatten tatsächlich etwas ungemein Russisches an sich, als ihnen Maestro Celibidache mit Tschaikowskys gleichnamiger Phantasie-Ouvertüre im aktuellen Philharmoniker-Programm ausgiebig huldigte. Unter seiner bedachtsamen Stabführung ertönte Tschaikowskys frühes Meisterwerk breit ausgeführt im Stile großer Schicksalstableaus: Mehr slawisches Seeleneops denn Veroneser Liebesdramatik, mehr kolossale Klangarchitektur denn Hitze des Gefühls. Und Tschaikowskys symphonischer Anspruch, durch die nahezu klassische Satzform überdeutlich bezeugt, geriet zum Zentrum der Aufführung: Wo im Paukenostinato Beethovens Fünfte zitiert wird, ahnt man zugleich schon die Todesmotivik der späten Tschaikowsky-Sinfonien; und die dynamische Spannbreite dieser Overtüre ließ es an gewaltigem "Pathetique"-Format gewiß nicht fehlen.....(SZ vom 18./19.1.1992)

...Zu einer Demonstration philharmonischer Prachtentfaltung nutzten Orchester und Celi Ravels virtuose Orchestrierung von Mussorgskijs "Bilder einer Ausstellung". Das herrlich satte Streichercorps, die beweglichen Holzbläser, das imposante Blech und die mächtig auftrumpfenden Schlagzeuger verwandelten die Bilder in plastische Szenen und durchschritten schließlich majestätisch das Große Tor in Kiew: So überzeugt man nicht nur Ehrengäste...(Münchner Merkur vom 11./12.9.1993)

...Nach der Pause machte sich Celibidache auf den Rundgang durch die "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgskij/Ravel. Mit der verweilenden Ruhe seiner Betrachtungen rückte er das Werk in Klassiker-Nähe. Der Erfolg war sensationell. Jubel über Jubel! (tz vom 11.9.1993)

...Celibidache und die Philharmoniker ließen in Mussorgskijs "Bilder einer Ausstellung" die Detailfreude der genialen Ravel-Instrumantation, vor allem die kantige Schwermut des russischen Komponisten visionär aufleuchten - um am Ende monumental, in einem schier unvorstellbaren Orchestertriumph durchs "Große Tor von Kiew" hindurchzuschreiten.(SZ vom 13.9.1993)

"Am Schluß, im "Großen Tor von Kiew", baut er eine ungeheure Finalsteigerung auf, die alles Vorangegangene übertrifft und zugleich überhöht und die zu einer beispiellosen Prachtentfaltung des Orchesterklangs führt. Er geht dabei sehr klug und dramaturgisch sinnvoll vor, indem er das erste Auftreten des Themas zu Beginn dieses zehnten Bildes in einfachem Forte erklingen läßt... Karajan und die meisten anderen sind bereits da viel zu laut und beschneiden somit ihre Steigerungsmöglichkeiten. -, um dann erst ganz allmählich bei jeder Wiederholung den Orchesterklang immer stärker zu intensivieren, bis schließlich nach einem letzten Crescendo das extreme Fortissimo bei gleichzeitiger Tempoverbreiterung eine Machtfülle erreicht, die den Raum zu sprengen scheint."(zitiert aus Klaus Weiler: Celibidache Musiker und Philosoph, München 1993)

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